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Am 22.02.1941 wurde ich in Sporitz Kreis Komotau in der damaligen Tschechoslowakei geboren. Meine Eltern waren beide Kaufleute und sie hatten einen kleinen Kolonialwarenladen im Ort. Die Erinnerung an diese Zeit der Kindheit im Geburtsort ist verständlicherweise lückenhaft. Es waren eben die Kriegsjahre, die wir als Kinder erlebten. Wir drei Geschwister wuchsen in dieser Zeit ohne Vater auf, der genau wie die anderen Männer im Krieg war. Das Kriegsende war dann auch für unsere Familie die Vertreibung aus unserer Heimat und ein Neubeginn in der damaligen sowjetischen Besatzungszone. Als neues Domizil führte uns der beschwerliche Gütertransport Ende Geschwister: Gerhard Wolfgang Evi Ich als Mädchen |
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1946
über Saalfeld nach Apolda.
Nach sechswöchigem Quarantäneaufenthalt in der Apoldaer
Aue, einem Sportgelände am Stadtrand von Apolda, bekamen wir vorfristig
und nicht zuletzt wegen meines damaligen schlechten gesundheitlichen
Zustandes erstmals eine Wohnung in der Bachstraße in Apolda
zugewiesen. Meine Kindheit erlebte ich von dieser Zeit an bewusst, ging
1947 in die Apoldaer Pestalozzischule, nahm am außerschulischen Turnen
teil, machte erste Schritte in der Volkstanzgruppe, baute meine Fähigkeiten
im Freihandzeichnen in einigen Semestern der Volkshochschule aus, lernte
Klavierspielen, beteiligte mich als Flötist im Schulorchester, war im
Segelflugmodellbau der Schule ein sehr interessierter Bastler und
stromerte gern mit meinen Mitschülern oder Straßennachbarn in der Stadt
bzw. an der Ilm. Meine frühen Talente, insbesondere die Turnerei
veranlassten meinen damaligen Sportlehrer Herrn Geupel, mich mit einem
weiteren Schüler, als erste aus Apolda nach der im Jahr 1954 gegründeten
Kinder und Jugendsportschule
Hauskonzert: Bruder Violine Ich Klavier |
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1955 nach Nordhausen zu delegieren. Diese Art der Schulen waren Oberschulen mit verstärktem Sport. Sie waren als Kaderschmieden für den DDR-Leistungssport gedacht. Gleichermaßen wurde das Abitur abgelegt. Mein Ehrgeiz und Trainingsfleiß erbrachten mir in der Jugendklasse im Bezirk Erfurt und darüber hinaus bei diversen Vergleichsmeisterschaften der Sportschulen der DDR im Geräteturn-Zwölfkampf in den vier Jahren der Oberschulzeit viele vordere Plätze. Meine damaligen beruflichen Ziele waren deshalb folgerichtig auf eine sportliche Richtung ausgelegt. Mit meinen Erfolgen wurde ich auch bei den Funktionären des Armeesportclubs aufmerksam und so kam es, wie nicht anders zu erwarten, dass ich zum damaligen Nachwuchssportclub, dem ASK | ||||
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1959 nach Leipzig delegiert wurde. Diese Zeit galt gleichermaßen der Ableistung des aktiven Wehrdienstes, obwohl eine Ausbildung an der Waffe so gut wie nicht erfolgte. Rückblickend kann ich einschätzen, dass der finanziell geförderte Spitzensport in der DDR mit seinen wissenschaftlichen Trainingsmethoden, zu meiner Zeit ohne Doping, bereits beachtliche Erfolge aufzuweisen hatte. Für mich allerdings war bald klar, dass das enorm harte Training und die selektiven Anforderungen bei diesem Club, die nur eine Perspektive für einen zu erwarteten Welt- und Olympiasieger (meine beste Leistung war dort ein 8.Platz bei den DDR-Meisterschaften der Jugend) konkret förderten, für die beruflichen Ausbildung ein anderer Weg beschritten werden muss.
Beim Armeesportclub in Leipzig III. Deutsche Turn- und Sportfest Gymnastik mit Walter Ulbricht . In Erinnerung an meine bastlerischen Fähigkeiten, das Interesse und das Verständnis für die Technik allgemein sowie die erfolgreich abgeschlossene Reifeprüfung bildeten die Grundlage eines im Jahr |
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1961 aufgenommenen Studiums in Magdeburg an der damaligen Technischen Hochschule "Otto von Guericke" der Fachrichtung Fertigungstechnik mit dem Ziel eines Dipl.-Ing. Während dieser sechsjährigen Studienzeit blieb ich meinem Hobby, dem Geräteturnen, weiterhin treu und schloss mich der HSG Turnen in Magdeburg an. In diesem kameradschaftlich sehr gefestigten Kollektiv unternahmen wir mehrfache Meisterschaften sowie Vergleichskämpfe innerhalb der DDR sowie Auslandsreisen. Für mich waren diese Ereignisse immer besonderer Höhepunkte im tristen alltäglichen Studium. Aus dieser Zeit resultiert ein freundschaftliches Verhältnis zu drei ehemaligen Kommilitonen aus Freiberg, Markleeberg und Halle (später Berlin). Jährliche wechselseitige Treffen haben bis heute Bestand. |
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Als entscheidender Abschnitt meines Lebens waren in dieser Zeit das Kennen lernen meiner zukünftigen Frau Helma Knauer aus Oberndorf, die ich bei meinen Wochenendfahrten nach Apolda kennen lernte. Die Hochzeit wurde 1963 nach Brauch des Dorfes mit relativ großem Aufwand gefeiert. Es folgten in ab 1964 in zweieinviertel- jährlichen Abständen drei Söhne, Frank, Matthias und Jens. Diesem Familienglück war es zu danken, dass ich die letzten vier Jahre meines Studiums fast jedes Wochenende per Bahn mit der damaligen schon traditionellen Reichsbahnverspätung nach Hause fuhr. Mein Studium schloss ich mit dem Diplom- Ing. für Fertigungstechnik ab und bewarb mich nicht zuletzt wegen dem Versprechen einer baldigen Wohnungszusage
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1967 im VEB Büromaschinenwerk Sömmerda. Ich nahm die erste Tätigkeit als Konstrukteur für Druckguss und Plastwerkzeuge in der Betriebsmittelabteilung dieses Werkes auf und fuhr zu den Wochenenden ein Jahr mit dem Moped von Oberndorf nach Sömmerda in ein Zimmer zur Untermiete. In dieser Zeit arbeitete ich als Assistent, Bereichsleiter, Abteilungsleiter sowie die letzten 20 Jahre bis zur Wende als Kontrolleiter der Absatzkontrolle und war für die Qualität aller Finalerzeugnisse des mittlerweile zum VEB Kombinat Robotron gehörigen Büromaschinenwerkes Sömmerda verantwortlich. Hier hatte ich hauptsächlich mit Reklamationen, Vertragstrafen und allgemeinen Qualitätsproblemen zu tun. Die Dienstreisen zu Vertragsgerichten und eigenverantwortlichen Lösungsversuchen erstreckten sich ausschließlich im DDR-Bereich sowie den Ostblockländern (damals RGW- Staaten). | ||||
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1968 erhielt ich das Versprechen der Wohnungszusage eingelöst und siedelte mit meiner neu gegründeten Familie in die erste Plattenbau Neubauwohnung mit Fernwärmeheizung nach Sömmerda über. Diese Zeit in Sömmerda sollte die bisher längste Epoche in unserem Familienleben werden. Neben der sicheren Arbeit im Werk unternahmen wir an den Wochenenden viele Ausflüge, sowohl im Sommer als auch in den Wintermonaten im Schnee des Harzes oder des Thüringer Waldes. Unseren Urlaub verbrachten wir größtenteils an der Ostsee, wobei die Ferienplätze durch den FDGB, auch auf Grund unserer drei Kinder, relativ sicher waren. Die Verbindung zu Apolda und Oberndorf hielten wir aufrecht, wobei fast kein Wochenende verging, ohne einen Besuch bei Muttern abzustatten. Den Kleingarten meiner Eltern in der Aue von Apolda übernahm ich 1983 und erbaute ein Wochenendhaus. Das hatte auch zur Folge, dass wir nie die Verbindung zu Oberndorf verloren und unsere Freunde aus der Jugendzeit durch diverse Feten, wie gemeinsame ununterbrochene Silvesterfeiern, Gartenfeste, und Geburtstagsfeiern, immer behielten. An dieser Stelle herzlichen Dank dieser Freundschaft. |
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Bis zur Wende lebten wir allgemein ohne wirtschaftliche Not zufrieden in einem vom VEB Büromaschinenwerk Sömmerda finanziell unterstützten Siedlungshaus auf dem Gartenberg. Unser Werk mit ca. 13.000 Beschäftigten war eines der ersten, das 1990 in Liquidation ging. Für mich war der Eintritt in eine Auffanggesellschaft, die Umschulung als Wirtschaftsingenieur sowie Umschulung als Bauingenieur eine Alternative, um die wirtschaftliche Existenz einigermaßen zu überbrücken. Eine sofortige neue Beschäftigung war dennoch nicht zu erhalten, da mit mir aus unserem Büromaschinenwerk über 1.000 Ingenieure ebenfalls nach Arbeit suchten. Die Folge dieser Nichtbeschäftigung war letzten Endes die Arbeitslosigkeit. Während dieser Zeit baute ich das elterliche Wohnhaus meiner Frau für unseren späteren Einzug um. Nach Fertigstellung meiner Umbaumaßnahmen verließen wir Sömmerda und zogen
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1994 in das Bauernhaus meiner Schwiegereltern nach Oberndorf. Über das Arbeitsamt Jena erhielt ich eine neue Arbeitsstelle als Bauleiter bei der Fa. Luft, einer Fenster- und Türenproduktionsfirma im Gewerbegebiet Apolda an der B 87. Die anfänglich gute Auftragslage dieser Firma erforderte einen optimalen Einsatz meiner Person. Wie aber allgemein bekannt und insbesondere in den Unternehmen der neuen Bundesländer ebbte der Boom ab, so dass ich im Einverständnis mit der Fa. nach reichlich 5 Jahren in die Arbeitslosigkeit ging. Mittlerweise bin ich vorgezogener Rentner, habe "viel Zeit" und beschäftige mich mit allem, was mir Spaß macht. Die Pflege der Homepage von Oberndorf ist dabei u.a. auch ein Hobby.
Bauernhof 1994 Wohnhaus jetzt Hof nach Umgestaltung
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